Waldorf-Salat

Back to the Roots. Überall werden Klassiker neu interpretiert, doch manchmal finde ich es am besten, direkt an der Wurzel anzusetzen und ohne viel Klimbim die Tradition wieder aufleben zu lassen und etwas Altes wieder abzustauben und zum absoluten Star zu machen. Nicht immer muss ich neu interpretieren, ergänzen, verschönern und verbessern. Und auch in der Welt der Mode sieht man, dass Altes immer mal wieder auch Neues sein kann.

Der junge Oscar Tschirky dachte 1896 vermutlich noch nicht daran, dass sein Name einmal noch über einhundert Jahre später bekannt sein würde. Schließlich erfand er mit seiner guten Nase und seinem einzigartigen Verständnis für Aromen einen Salat, der am mit dem einfachen Wort „simpel“ am besten beschrieben werden kann. Aber gerade mit dieser Einfachheit wollte Tschirky die wohlverdienende High Society verführen, die Abend für Abend im Restaurant des Luxushotels Waldorf, heute besser bekannt als Waldorf-Astoria, speiste und sich in Gesellschaft schöner Ehefrauen den Feierabend nach einem harten Tag Arbeit in New Yorks top Büros den Feierabend versüßen wollte.

Denn auch damals liebten sie gute Speisen mit einem exquisiten Tröpfchen Wein in einem Zimmer des angesagtesten Hotels zu genießen, dabei zu sehen und vor allem, gesehen zu werden. Vielleicht dankt der Waldorf-Salat seine Berühmtheit gerade den wunderschönen Frauen, die in teuren Abendkleidern und schicken Hüten an der Seite ihres Ehegatten saßen und in dem Salat, der ihnen im Hotel von William Waldorf Astor serviert wurde, plötzlich die Möglichkeit sahen, den Luxus zu sich nach Hause zu holen. Denn durch wenige Zutaten aber raffinierter Kombination war und ist der Waldorf-Salat in seiner Zubereitung schnell und einfach und lässt sich in der eigenen Küche anrichten. Und vielleicht holte man damit ja auch ein bisschen des Flairs des Waldorfs und der High Society in sein eigenes zu Hause…

Ihr braucht für etwa 4 Portionen:

  • 2 grüne Äpfel
  • 1 halbe Sellerieknolle
  • 1 Zitrone
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Senf
  • 1 EL Weißweinessig
  • 100 ml Rapsöl
  • 2 EL Olivenöl
  • 80 g Naturjoghurt
  • 1 TL Honig
  • 80 g Walnüsse
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Schnittlauchröllchen
  • Salz & Pfeffer
  • Cayennepfeffer

Das erste, was du zubereitest, ist das Mayonnaise-Dressing. Natürlich kannst du auch eine gekaufte Salatmayonnaise benutzen, wenn Du ein wenig Zeit hast lohnt sich jedoch der Aufwand, eine eigene Mayonnaise herzustellen.

Dafür das Eigelb, den Essig und den Senf in einer kleinen Schüssel mit dem Handrührer aufschlagen. Du kannst die Mayonnaise auch mit dem Mixer oder dem Pürierstab herstellen – die Handrührer-Variante habe ich zum ersten Mal versucht und war absolut positiv überrascht! Würze mit etwas Salz. Vermische das Olivenöl mit dem Rapsöl und gebe das Öl unter ständigem Rühren erst tropfenweise zu dem aufgeschlagenen Eigelb. Sobald die Mayonnaise anfängt einzudicken, kannst du das Öl in einem dünnen Strahl hinzugießen. Dabei aber unbedingt immer weiter rühren!!! Wenn die Mayo die richtige Konsistenz hat, kannst du sie mit einigen Spritzern Zitronensaft und Salz abschmecken. Füge den Joghurt und den Honig hinzu und vermenge alles gut. Das Dressing ist fertig und du kannst es bis zum Servieren im Kühlschrank Kühlstellen.

Heize den Backofen auf 180 Grad vor. Lege die Walnüsse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Vermenge den Zucker mit einem Esslöffel heißem Wasser und gebe das Zuckerwasser über die Nüsse. Wende sie ein paar mal, sodass überall Zucker ist und lass sie anschließend für 10 Minuten im Ofen karamellisieren. Da sie sehr heiß werden, solltest Du sie anschließend gut abkühlen lassen!

Jetzt kommt der etwas aufwendigere Part. Die Äpfel und der Sellerie müssen geschält werden und anschließend in dünne Julienne geschnitten werden. Das dauert zwar ein paar Minuten, je dünner die Streifen sind, desto besser schmeckt der Salat jedoch am Ende! Gib die Julienne zusammen mit dem Saft einer halben Zitrone in eine Schüssel und vermenge alles gut. Würze mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer.

Gib die Mayonnaise erst beim Servieren auf den Salat, garniere mit den Nüssen und den Schnittlauchröllchen!

Die Originalrezeptur ist übrigens ohne Walnüsse – heute gehören sie aber zum traditionellen Rezept dazu!

Lasst euch den Salat schmecken und fühlt euch versetzt ins New York kurz vor der Jahrhundertwende!

Wenn ihr noch weitere Klassiker ausprobieren möchtet, die eigentlich schon immer auf eurer Liste stehen, hätte ich außerdem einen Salade Niçoise! Probiert ihn aus!

Eure Isa ❤

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